Judith Heizer | Blog im September
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Blog im September

Der Sommer fiel heuer auf einen Donnerstag.

Klar, wissen wir alle: Das Wetter können wir nicht ändern. Manchmal ist es nur eben einfacher, das Wetter zu beschimpfen, um sich ein Ventil zu machen.

Denn es gibt diese Tage, da drehen alle um dich herum durch. Dein Partner legt alles auf die Goldwaage, was du sagst. Dein Hund nervt die ganze Zeit. Die Kinder streiten ohne Pause. Auf der Straße sind nur Vollpfosten unterwegs. Wem die heute alles einen Führerschein geben. Die Läden zu voll. Das Essen schmeckt nach nichts. Um dich herum alles geschlagen mit Inkompetenz. Die beste Freundin hat keine Zeit zum Telefonieren.

Ja … und wenn uns nach einem so herrlichen Sommertag wie gestern heute der temperaturgestürzte Monsunregen heimsucht, sind meine positiven Gedanken dazu auch überschaubar.

Doch wie sagt man so schön: Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Wenn die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, liegt vielleicht auch die Hässlichkeit im Auge des Betrachters. Wenn also um mich herum alles nur Idioten sind, was sagt das über mich?

Es fängt bei mir selbst an. Es hört bei mir auf. Immer und überall. Das ist manchmal eine schlechte, meistens eine gute Nachricht. Denn wenn wir das ernst nehmen, liegt es an uns, was wir wie wahrnehmen und wie wir damit umgehen wollen. Was wir gut finden und was wir erneuern und verändern. Dann hängt es weniger von den Umständen ab, was mit uns geschieht, dann entscheiden wir selbst. Fühlen uns nicht mehr ausgeliefert oder sind weiter Opfer der Umstände.

Dann erleben wir so etwas wie Selbstwirksamkeit – für uns selbst wirksam werden. Das ist ein menschliches Grundbedürfnis. Wir wollen selbst bestimmen.

Wie viele Snickers wir essen. Ob wir Sport machen oder nicht. Mit wem wir befreundet sind. Wofür wir unser Geld ausgeben. Am wichtigsten: Wie wir unsere Zeit und Energie nutzen.

Denn es ist schließlich mein Leben. Und ich bestimme, was ich mit diesem Leben anstelle. Das ist zumindest der Wunsch. Also die Theorie. Denn viele Menschen erleben sich selbst nicht besonders selbstbestimmt. Irgendwann fragt man sich: Wie bin ich da nur hineingeraten? Gefangen in einem Labyrinth aus Sachzwängen.

Man muss ja schließlich Geld verdienen. Man brauche ja ein Dach über dem Kopf. Die Kinder brauchen was zum Anziehen. Man kann ja nicht einfach machen, was man will. Denn was sollen denn die Nachbarn denken? Oder die Familie? Wenn ich dieses oder jenes mache, bekomme ich Ärger mit meinem Partner. Oder dann ist er oder sie enttäuscht.

Tja. Die Welt ist kompliziert. Manchmal macht es Sinn, mal alles auseinanderzunehmen und zu sortieren.

  • Was will ICH für mich, weil es wichtig für mich ist und weil ich es brauche?
  • Was tue ich wirklich nur für oder wegen der anderen, aus Pflichtgefühl, um Konflikte zu vermeiden oder aus dem Sachzwang heraus?
  • Was ist nur noch ein Resultat vergangener, schlechter Entscheidungen?

 

Also nachdenken, reflektieren, hinschauen, ehrlich mit sich sein. Hart. Aber gut.

Und dann? Wie gewinnt man die Selbstbestimmung zurück?

Da gibt es eine Menge Möglichkeiten:

  • Entscheiden, was für mich wirklich wichtig ist.
  • Zuhören.
  • Neue Wege finden.
  • Für mich einstehen.
  • Kämpfen.
  • Konflikte aushalten lernen.

 

Ja, niemand hat gesagt, dass Selbstbestimmung leicht ist. Und wir haben eben nur das eine Leben, das darauf wartet, von uns gestaltet zu werden. Zu unserem besten Wohl, mit Mut und viel Freude.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Leben. Ein Leben, das auch wirklich das Ihre ist.

(Danke an Ralf Senftleben für diesen Impuls)

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